Die Abbildung des Buchtitels kann durch Anklicken vergrößert
werden.
David Mitchell: Der Wolkenatlas
672 Seiten, Rowohlt TB Verlag
9,95 Euro
Ein fulminantes Buch, in dem ein ernstes Thema mit Humor und Spannung behandelt wird.
"Der Wolkenatlas“ beginnt als ein Tagebuchroman aus dem frühen 19.
Jahrhundert, geht über in einen Briefroman aus den 30ern des 20.Jahrhunderts, wird fortgesetzt als 70er Jahre-Krimi, und landet über eine aktuelle Satire und eine Dystopie im Orwell-Stil in einer fernen Fantasy- und Science Fiction-Welt, um dann Schritt für Schritt zurückzugehen und schlielich wieder im frühen 19. Jahrhundert zu enden. Es ist faszinierend zu erleben, wie stilsicher und treffend Mitchell diesen Wandel in Ausdruck, Gattung und Schreibstil vollzieht.
Und wer Mitchells "Chaos" gelesen hat, wird mit Luisa
Rey und Timothy Cavendish zwei alte Bekannte wiedertreffen.
Inhaltlich sind all diese Erzählstränge miteinander verknüpft - durch ein Manuskript, durch eine Komposition, durch eine zufällige
Beobachtung ...
Und durch all diese Zeiten und Geschichten hindurch zieht sich ein
gemeinsames Thema, und das ist der Versuch des Einzelnen, für die
Würde und die Freiheit des Individuums gegen eine unüberwindbar
erscheinende Macht einzustehen.
Besprechung von Jan Martin Löhndorf
Beachten Sie bitte auch unsere vorangegangenen Lesetipps